Die Vesperampel

Das Thema "Vesper im Kindergarten" ist immer wieder Thema unter den Eltern und Erzieherinnen. Um eine gemeinschaftliche Regelung für alle Kindergarten- und Grundschulkinder zu finden, haben wir uns gemeinsam mit dem Kindergarten Spatzennest und der Grundschule Massenbach für die Einführung einer Vesperampel entschiede.

Zusammen mit den Kindern und Fachkräften haben wir eine Übersicht erarbeitet, welche Lebensmittel in den Vesperdosen gerne gesehen werden und welche in Kindergarten und Grundschule nicht erwünscht sind.

Was braucht ein Kind?

Liebe Mama, lieber Papa,

ich brauche um gesund zu bleiben und um groß zu werden

ein vollwertiges Vesper.

Dabei haben wir uns auf die Empfehlungen der Beki (Landesinitiative für gesunde Ernährung) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gestützt.

Auf vorhandene Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind bei der Auswahl des Vespers trotz der Vorgaben selbstverständlich zu achten.

 

Liebe Mama, lieber Papa,

ich habe so viel zu erzählen und ich möchte, dass man mich gut versteht. Hast du gewusst, dass die Auswahl des Vespers zu meiner gesunden Sprachentwicklung beitragen kann?

Um deutlich sprechen zu können, brauchen wir eine gut ausgebildete Zungen- und Mundmuskulatur. Die richtige Auswahl des Vespers kann den Aufbau dieser bedeutsamen Muskeln unterstützen.

So ist z.B. ein Apfel am Stück, ein Brot mit Rinde und alles, wobei wir ordentlich kauen müssen um es schlucken zu können, gut für die Motorik. Zähne sind robust und der Kaumuskel der stärkste Muskel in unserem Körper. Nichts von beidem muss geschont werden.

 

Liebe Mama, lieber Papa

Ich möchte lernen, wie man sich gut in einer Gemeinschaft verhält. Das gemeinsame Essen in der Gruppe kann mir zeigen, wie das geht. 

Ein Mindestmaß an Tischsitten soll auch im Kindergarten Standard sein und ein manches Vesper verleitet mehr zum spielen, als sich der Gruppe hinzugeben und sich nett mit seinen Freunden zu unterhalten.

 

Liebe Mama, lieber Papa

Ich habe schon einmal gehört, dass es auf der Welt zu viel Müll gibt. Alle sagen, dass das nicht gut ist.

Ich möchte es verstehen und lernen, so wenig Müll wie möglich zu machen.

Täglich entsteht ein Müllberg im Kindergarten, vieles davon ist unnötig. Helfen Sie uns den Müllberg so klein wie möglich zu halten und den Kindern ein gesundes Weltverständnis hinsichtlich der Müllverschmutzung zu vermitteln.

 

Liebe Mama, lieber Papa

Ich finde Lebensmittel in bunt verpackten Tüten und Kinderfigurenaufdruck natürlich großartig! Und in der Werbung sagen sie ja, dass da ganz viel Milch und Kalzium und so drin ist. Das kann ja nur gesund sein – stimmts? Nein.

Hast du gewusst, dass diese Lebensmittel ungesund für mich sind, weil sie häufig viel zu viel Zucker und Fett enthalten? 

Hinter vielen Lebensmitteln vermuten wir eine Werbefalle für Eltern und Kinder. Dabei werden oftmals Lebensmittel mit hohem Fett- und Zuckergehalt und mit unnötigen Zusatzstoffen in bunten/kindgerechten Verpackungen teuer vermarktet. Interessante Aspekte zum Thema Kinderlebensmittel finden Sie auf der Homepage der Organisation foodwatch.

Vesperampel rot

rot:

Im Straßenverkehr signalisiert das rote Licht eindeutig „Stop“!

Das gleiche gilt auch bei der Vesperampel im Biberbau.

 

Lebensmittel wie Süßigkeiten und alles was zu viel Zucker enthält ist im Biberbau verboten! Dazu zählen auch Brotaufstriche wie Nutella und Marmelade.

 

Vesperampel gelb

gelb:

Lebensmittel, die in eingeschränktem Maße erlaubt sind. Kann man mal einpacken, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden. Dazu gehört z.B. ein Stück vom Geburtstagskuchen; Oder sind noch Plätzchen vom gemeinsamen Backen übrig? Dann rein damit in die Box. Die Ausnahme bestätigt die Regel. Deshalb am nächsten Tag wieder ein zuckerfreies Essen mitgeben.

Dazu gehören auch Lebensmittel, die zu viel Müll produzieren.

Vesperampel grün

grün:

Lebensmittel, die für eine gesunde Ernährung nicht unabdingbar sind und in ein gesundes Vesper gehören. Wir freuen uns, wenn wir in die Box des Kindes schauen und wir darin Gemüse, Obst und ein lecker belegtes Vollkornbrot auffinden.

Auszug aus dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-würrtembergischen Kindergärten:

"Bildungs- und Entwicklungsfeld: Körper

... In den ersten sechs bis acht Lebensjahren eines Kindes werden wichtige Grundlagen gelegt für ein positives Körpergefühl, Gesundheitsbewusstsein, richtige Ernährung und viel Bewegung.  ... 

...Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein positives Selbst- und Körperkonzept sind Motoren für die gesamte körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung des Kindes. ... 

...Das körperliches Wohlbefinden, Bewegung, Gesundheit und Ernährung eng zusammenhängen, erlebt das Kind spätestens dann, wenn es krank ist und Einschränkungen hinnehmen muss. Eine bedarfsgerechte Ernährung, Essen und Trinken, ist Voraussetzung für das Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit.  ...

...In unserer eher bewegungsarmen und wenig ernährungsbewussten Gesellschaft haben Kindergärten im Sinne einer ganzheitlichen Förderung des Kindes die Aufgabe, dem Kind vielfältige Erfahrungen zu ermöglichen und zwar einerseits in ganz unterschiedlichen Bewegungsräumen und andereseits bei der Vorbereitung, Gestaltung und Ritualisierung von Mahlzeiten, beim Kennenlernen von Lebenmittel und bei der Zubereitung von Speisen. ...

Ziele:

  • Kinder erwerben Wissen über ihren Körper und entwickeln ein Gespür für seine Fähigkeiten
  • Kinder entwickeln ein erstes Verständnis für die Gesunderhaltung ihres Körpers.

 

Fragen und Denkanstösse:

(Körperbewusstsein entwickeln und sich wohl fühlen)

  • Wann und wo gibt die Einrichtung dem Kind die Möglichkeit, sich gesund zu ernähren?
  • Wie tragen die Erzieherinnen dazu bei, dass den Kindern das gesunde Durst-, Hunger- und Sättigungsgefühl erhalten bleibt?
  • In welcher Weise kann das Kind Herkunft, Verarbeitung, Umgang und Wertschätzung von Nahrungs- und Lebensmitteln erfahren?
  • Wie werden die Kinder aktiv in die Planung und Zubereitung von Mahlzeiten einbezogen?
  • Welche Möglichkeiten bietet der Kindergarten, Techniken zur Pflege des eigenen Körpers zu erlernen und zu üben?
  • In welcher Weise achtet die Einrichtung auf die Zahngesundheit der Kinder?"